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Wanderung entlang von «Schritt auf Tritt»
24.05.2010Tag 5: Am Ziel in Bregenz!
Tag 1
Pünktlich um 8.30 Uhr am Pfingstmontagmorgen schulterte Sandro Willi seinen Rucksack, nahm die Karte in die Hände und marschierte los - die bereits herrlich warme Mai-Sonne im ohnehin schon strahlenden Gesicht. Hinter und neben ihm reihten sich seine Begleiterinnen und Begleiter ein und freuten sich, Teil des Unternehmens zu sein. Man war gespannt, wie weit man wohl kommen und wie schnell Sandro Willi gehen würde und vor allem wieviele Schritte am Ende des Spaziergangs auf der Anzeige des Schrittzählers abgelesen werden können.
Das Projektteam von «Schritt auf Tritt» begleitete Sandro Willi bis nach Rheinfelden und liess ihn dann mit seinen zwei letzten Begleitern weiterziehen. Sandro Willi hat sein Ziel "Laufenburg" schliesslich am Abend um 20.20 Uhr erreicht und sich über die warme Mahlzeit und das Bett gefreut. Heute Dienstagabend werden wir Sandro Willi fragen, wie es ihm nach dem zweiten Tag, nun ganz auf sich gestellt, ergangen ist. Und am liebsten würden wir selber nachreisen und wieder ein Stück mitgehen. Unsere «Schritt auf Tritt»-Strecke scheint auf jeden Fall eine spannende Alternative zum anscheinend bereits etwas überfüllten Pilgerweg zu sein.
Tag 2
Es ist der bisher heisseste Tag des Jahres. Sandro Willi kämpft mit der Hitze und ist froh um die schattigen Stellen der Wanderwege am Rhein. In Bad Zurzach würde sich ein Wellness-Aufenthalt anbieten, um die bereits schmerzenden Füsse pflegen zu lassen. Ein kühlendes Fussbad im Rhein nahe von Mellikon tut diesen Zweck aber auch und ist zeitsparender. Trotzdem, Sandro Willi erreicht sein ursprünglich angepeiltes Tagesziel nicht: Statt kurz vor Schaffhausen macht er bereits in Eglisau Halt für die Übernachtung.
Wir wünschen ihm für heute einen kühleren Tag - hoffentlich ohne heftige Gewitter.
Tag 3
Die Füsse schmerzen nun schon beim Aufstehen. Trotzdem hat Sandro Willi ein ehrgeiziges Ziel: Er möchte, sofern ihn seine Füsse gut tragen, den eingefangenen Rückstand etwas aufholen. Die Wegroute beginnt mindestens schon einmal gut: In kurzweiliger Manier geht es abwechselnd auf deutscher und schweizerischer Rheinseite via Rheinau dem Rheinfall entgegen. Das Wetter ist nicht mehr ganz so heiss, trotzdem ist der feine Sprühregen des hinuntertosenden Rheinfalls ein Genuss! Dann zieht sich der Weg wieder in die Länge bis Sandro Willi am Abend um 19 Uhr in Stein am Rhein eintrifft. Die Verlockung auf ein warmes Essen, Beine strecken und in einem weichen Bett einschlafen ist riesig - Sandro Willi spürt aber, dass mit viel Optimismus wortwörtlich noch etwas "geht". Von Gewittern ist er bisher verschont geblieben, aber der Himmel zeigt sich so wolkenverhangen und tief dunkel, dass Sandro Willi sogar seine Stirnlampe anschalten muss, bevor er kurz vor 10 Uhr abends in Steckborn in einem Hotel eincheckt. Chapeau!
Nun liegen noch etwa 80 Kilometer vor ihm. Wir sind jetzt schon gespannt, wie es ihm weiter ergeht und freuen uns auf seine persönlichen Eindrücke und Reiseschilderungen. Sie sind Ende Woche auf www.schrittauftritt.ch nachzulesen.
Tag 4
Die "Monster"-Etappe von gestern hinterlässt Spuren. Sandro Willi's Körper, speziell natürlich die Beine und Füsse, schmerzen und sind dermassen erschöpft, dass er bis tief in die Nacht keinen Schlaf findet - obwohl gerade dessen regenerierender Effekt so wichtig wäre. So ist es nicht erstaunlich, dass Sandro Willi nur noch sehr langsam vorwärts kommt. Schmerzen im Knie zwingen ihn zu einem sehr reduzierten Tempo. Trotzdem kämpft er sich voran, lässt aber schliesslich die Vernunft obsiegen und nimmt bereits in Münsterlingen, kurz nach Kreuzlingen, ein Hotel. Jetzt tankt Sandro Willi nochmals richtig Kraft: Falls die Schmerzen über Nacht verschwinden, kann er die letzten rund 50 Kilometer noch schaffen. Wir drücken ihm die Daumen.
Tag 5
Der Tag beginnt zäh und der Glaube an eine Zielankunft sinkt. Mit dem Gedanken nach einem vorzeitigen Abbruch im Kopf, macht Sandro Willi eine frühe Pause und streckt sein schmerzendes Bein in den kalten Bodensee. Und das ist die Wende: Das kalte Seewasser wirkt Wunder. Die Schmerzen lassen nach und kommen auch mit dem Weitergehen nur ganz langsam wieder zurück. Stetige Kneipp-Pausen lassen die Hoffnung wieder aufkeimen; die Schritte werden endlich schneller und vor allem beschwingter. Und jetzt setzen auch die Glückshormone ein!
Sandro Willi erreicht nach 5 langen Tagen Bregenz!
>>> Mehr Fotos und ein Reisebericht von Sandro Willi.
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